Wie in jedem Bereich meiner Wohnraumgestaltung, lasse ich seit meinem Teenageralter immer wieder gern die Grundlagen des Feng Shui miteinfließen. Die Betonung liegt hierbei auf dem Wort Grundlagen. Ich fand es schon immer faszinierend, welche Regeln Feng Shui Meister in jeglichen Lebensbereichen befolgen und anwenden. Nur gerade im Bereich Wohnen ist es nicht immer einfach, solche Regeln mal eben einzubeziehen, da das Ganze ein doch recht komplexes Thema ist. So ist es möglich anhand von dem Geburtsdatum herauszufinden in welcher Himmelsrichtung das Bett für einen erholsamen und gesunden Schlaf stehen sollte. Oder man achte darauf, dass ein bestimmter Wohnraum in eine bestimmte Himmelsrichtung zeigt etc. Ich finde es toll, wenn man die Möglichkeit hat, all diese Prinzipien zu befolgen. Einfacher sind die Gesetzte dieser chinesischen Lehre wohl einzusetzen, wenn man ein Haus bauen lassen kann. Nun kann ich mein Haus leider nicht um 360 Grad drehen 😊 Jedoch nutze ich seit Jahren mein Grundlagenwissen zu dieser Materie in den eigenen vier Wänden und ich staune immer wieder aufs Neue, wie anders die Energie scheinbar fließt.

Wenn Ihr schon mal von Feng Shui gehört oder etwas darüber gelesen habt und es euch zu komplex oder gar kompliziert war, es beim Dekorieren oder Einrichten miteinzubeziehen, freue ich mich, wenn ich Euch mit den einfachsten Grundlagen dazu animieren kann, es einfach mal auszuprobieren - kostet ja schließlich nichts! 😉

Doch was ist eigentlich Feng Shui?
Feng Shui ist das chinesische Wort für "Wind" und Shui bedeutet "Wasser" und steht symbolisch für die Feng Shui zentrale Energie - genannt "Chi" (Lebensenergie). Hierbei handelt sich um eine über 3000 Jahre alt chinesische Lehre und Tradition in welche sowohl das Yin- und-Yang- Prinzip wie auch die Lehre der fünf Elemente (Feuer, Wasser, Holz, Erde, Metall) miteinfließen. Richtig angewandt soll Feng Shui dabei unterstützen, zu mehr Gesundheit, Zufriedenheit und Glück zu gelangen. Und davon können wir alle doch eine gute Portion gebrauchen oder? 😉 Auch wenn Ihr nicht daran glaubt und das Ganze für albern oder zu esoterisch haltet, schaden können harmonisch gestaltete Wohnräume sicherlich nicht. Also probiert es einfach mal aus!

Wohnräume sollten so eingerichtet sein, dass das Chi frei fließen kann, denn dies kann den Raum, die Umgebung und die Menschen, die sich darin aufhalten positiv beeinflussen. Fließt diese nicht frei, so entsteht schlechtes Chi - also das Gegenteil der guten Energie.


Raumbeleuchtung nach Feng Shui für mehr Energie
Nach Feng Shui bringt die richtige Raumbeleuchtung das Chi - also die Lebensenergie - in unseren Wohnräumen zum Fließen, wovon wir dann in diversen Lebensbereichen profitieren können.


(Foto: Andréa Marques/Stand der Firma Treku/Imm Cologne 2019)

Licht ist Energie und Leben. Wenn Ihr eure Wohnung nach Feng Shui einrichten wollt, solltet Ihr die Beleuchtung unbedingt mit einbeziehen. Unbeleuchtete Räume können den Fluss des Chi blockieren. So solltet Ihr darauf achteb, dass alle Räume, insbesondere Nischen, gut beleuchtet sind. Auf diese Weise könnt Ihr in eurem Zuhause täglich von dem guten Chi profitieren und das trotz des Altagsstresses, den wir wohl alle nur zu gut kennen. Wenn das nicht mal ein Grund ist, sich schöne Leuchten anzuschaffen 😉. Hierbei sollte die Auswahl möglichst bei Lampen aus Naturmaterialien wie Holz, Rattan und anderen ökologischen Materialien liegen, da der Mensch aus diesen zusätzlich Kraft schöpfen kann.

Bleiben wir mal beim Fluss der Energie. Diese sollte durch die gesamte Wohnung strömen können. Somit sollten Möbel so platziert werden, dass sie die Energie nicht blockieren. Gerade in engeren Räumen, wie Beispielsweise dem Flur, sollten Aufbewahrungsmöbel, Sitzbank etc. nicht den halben Weg versperren. Gerade Türen sollten "geöffnet" werden. Dies erreicht man z.B. indem eine klare Glasscheibe in eine Zwischentür angebracht wird oder tatsächlich indem die vorhandene Türe entfernt wird - mit Hilfe eines Profis kann das Ergebnis sehr schön aussehen.


Pflanzen und Blumen
Gesunde und gut gepflegte Pflanzen unterstützen und verstärken das gute Chi im Raum. Insbesondere in leerstehenden Ecken eines Raumes sollte nach Möglichkeit eine Pflanze aufgestellt werden. Oftmals akkumuliert sich nämlich in genau diesen Ecken schlechtes Chi. Natürlich kann man stattdessen auch eine schöne große Vase dort hinstellen oder einen anderen beliebigen Dekorationsgegenstand platzieren. Optimal jedoch sind Pflanzen, Lichtquellen jeder Art, wie z.B. Kerzen und Leuchten, aber auch kleine Brunnen. Grund dafür ist, dass das Wasser des Brunnens durch das Plätschern und die Flamme einer Kerze durch das Flackern in ständiger Bewegung sind. Beides sorgt für einen guten Fluss der Lebensenergie.

Für Blumensträuße gilt: Sind die Blumen frisch, bildet sich gutes Chi im Raum. Sind sie hingegen welk, gehören sie unbedingt raus. Auch ausgestopfte Tiere und tote Pflanzen bewirken in der Wohnung das Gegenteil der frei fließenden Lebensenergie - klingt logisch denn diese enthalten kein Leben mehr in sich. 😉

 
Das Schlafzimmer
Das Schlafzimmer sollte ein Raum der Ruhe sein, indem wir abends nach einem vollen Tag ganz abschalten können, um über Nacht neue Kraft und Energie zu tanken. So ist es ein No go im Schlafzimmer, Elektrosmog anzuhäufen. Dazu zählen nicht nur Smartphones und der Computer, sondern auch der Fernseher. Möchte man dennoch einen Fernseher im Schlafzimmer beherbergen, sollte abends der Stecker aus der Steckdose gezogen werden. Alternativ könnt Ihr Euch eine Mehrfachsteckdose mit An/Aus Schalter anschaffen. Euer Homeoffice sollte vom Schlafzimmer getrennt werden. Ist dies aus Platzgründen nicht möglich, versucht den Schreibtisch möglichst so zu platzieren, dass Ihr diesen vom Bett aus nicht sehen könnt. Denn wenn dieser im Sichtfeld ist, fällt es uns schwerer, vom Tag abzuschalten, gerade dann, wenn dort noch ein Berg voller Arbeit auf uns wartet.

 
Spiegel
Spiegel sollten in der Wohnung dort aufgestellt werden, wo wir etwas Gutes, Schönes vervielfachen möchten und dort vermieden werden, wo diese unter Umständen das genaue Gegenteil bezwecken könnten. Dafür möchte ich Euch ein paar "Regeln" nennen, an die ich persönlich seit meinem Teenageralter halte.

Spiegel haben im Schlafzimmer nichts zu suchen - ist eine große Regel im Feng Shui. Warum das so ist hat mehrere Gründe. Zum einen glauben die Chinesen daran, dass unsere Seele nachts aus unserem Körper geht, um an andere Orte zu gelangen und bleibt dabei mit einem feinen Faden mit dem Körper in Verbindung. Ist das Erste, was die Seele sieht ihr eigenes Spiegelbild, erschreckt diese, was dazu führt, dass wir uns am nächsten Morgen unausgeschlafen, müde und sogar krank fühlen können. Möchtet Ihr nicht ganz so in die Tiefe gehen, weil Ihr das für Humbug haltet, liste ich Euch hier noch weitere Gründe auf. Wenn wir uns schlafen legen, ist unser Energiedepot leer. Ein Spiegel würde diese verbrauchte Energie auf uns zurückwerfen, was dieselben Konsequenzen für unser Wohlbefinden hätte wie bereits beschrieben. Wir würden uns am nächsten Morgen eher matt fühlen. Gerade für ein Paar sind spiegelnde Flächen wie z.B. ein Spiegelschrank nicht sehr fördernd für die Beziehung. Die Probleme, die es innerhalb einer Beziehung gibt, würden durch den Spiegel verstärkt werden. In allen Fällen kann dem vorgebeugt werden, indem der Spiegel vor dem Schlafengehen mit einem Tuch abgedeckt wird.

Ein Spiegel im Flureingang gegenüber der Eingangstür kann bewirken, dass Familie, Freunde und Nachbarn, die Euch besuchen, sich nicht willkommen fühlen, da der Spiegel sie symbolisch wieder aus Eurer Wohnung schmeißt.

Spiegel im Bereich des Esszimmerplatzes hingegen, reflektieren das gute Chi der guten Tischgespräche während des Essens und fördern somit das Gemeinschaftsgefühl der Familienmitglieder bzw. Gästen. Zudem werden die Lebensmittel gespiegelt, was wiederum für Fülle sorgt, die sich im Leben aller Familienmitglieder wiederspiegelt.


Ideale Möbelformen
Idealerweise sollten die Möbel weiche, runde, ovale oder geschwungene Formen aufweisen. Entlang dieser Möbel kann das Chi viel besser fließen. Bei sehr kantigen, gradlinigen Möbeln strömt das Chi zu stark in den Raum. Wenn das Chi voller Wucht in den Raum schießt, ist es nicht vorteilhaft.

 
Ordnung ist die halbe Miete
Leute entrümpelt Euer Zuhause! Das ist wohl die Regel, die sofort anwendbar ist. 😉 Dabei solltet Ihr Euch von allem trennen, was ihr nicht mehr benötigt. Kleidung, die Ihr seit über einem Jahr nicht mehr getragen habt und auch von Wohnaccessoires, die uch vielleicht gar nicht mehr gefallen. Die Lebensenergie wird ganz anders durch Eure Räume fließen. Achtet dabei auch darauf, nicht zu viele Dekorationsartikel in Euren Regalen und Räumen zu haben. Das bedeutet nicht, dass Ihr Euch von ihnen trennen müsst. Ich verstaue meine Schätze immer in Schubladen und Schränken und tausche sie immer mal wieder aus. Dabei solltet Ihr darauf achten, dass es auch in Euren Schubladen und Schränken, Kleiderschränken ordentlich ist. Ich kann Euch nur ans Herz legen, es mal auszuprobieren und dann mal drauf zu achten, wie Ihr Euch innerlich fühlt. Nach der chinesischen Lehre fühlt sich der Mensch auch im Inneren "aufgeräumter", was die Konzentration und das Wohlbefinden verbessert. An dieser Stelle fällt mir ein, dass ich meinen Kleiderschrank unbedingt mal wieder aufräumen sollte! 😉

 
Und zu guter letzt noch ein paar Tipps zum Thema Feng Shui.
Achtet darauf, dass Ihr in Eurem Schlafzimmer keine schweren Lampen über Eurem Bett hängen habt. Auch wuchtige Regalbretter oder Bilder über dem Bett am Kopfende, können bewirken, dass Ihr Euch am Morgen darauf unausgeschlafen fühlt. Grund hierfür ist, dass wir unbewusst glauben, dass die Lampe, das Regal, das Bild auf uns drauffallen könnte, und sorgt somit für einen nicht ganz erholsamen Schlaf.


Positionen der Möbel im Raum
Das Bett sollte so stehen, dass Ihr die Türe im Blickfeld habt. Ist dies nicht der Fall, könnte es Euch passieren, dass Ihr in der Nacht öfters mal wach werdet und Euch vielleicht wundert, warum Ihr nicht gut durchschlafen könnt. Nach der chinesischen Lehre findet unser Unbewusstes wenig Ruhe, weil es glaubt, dass jemand zur Tür hereinkommen könnte und wir dies zu spät bemerken.

Von Restaurantbesuchen kennen wir das Gefühl: Meistens suchen wir uns dort instinktiv einen Platz, wo wir eine Wand im Rücken haben. Diese gibt uns das Gefühl von Sicherheit. Auch setzten wir uns im Restaurant eher so hin, dass wir die Tür im Blick haben. Für Euer Zuhause gilt das Gleiche! Positioniert Euren Esstisch so, dass Ihr sehen könnt, wer zur Tür hereinkommt und Euer Sofa z.B. so, dass dieses an einer Wand steht. Zeitgleich sollte das Sofa nach Möglichkeit so im Raum stehen, dass es das Erste ist, was Eure Gäste sehen, wenn sie das Wohnzimmer betreten. In dieser Position wirkt das Sofa auf die Besucher sehr einladend, da es sie symbolisch mit offenen Armen empfängt.

Tropfende Wasserhähne solltet Ihr reparieren. Hier wird sonst das gute Chi abgeschwächt. Wasser ist im Feng Shui ein sehr wichtiges Element (Ihr erinnert euch - Wind und Wasser) und sollte stets im Fluss sein.

Bleiben wir doch mal beim Wasser: Achtet beim Toilettengang darauf, dass Ihr beim Abspülen den Toilettendeckel zuvor schleißt. Bleibt dieser offen, würde das gute Chi der Person mit abwärtsfließen. Auch das hätte nach Feng Shui zur Folge, dass wir uns matt und träge fühlen. Zudem sollte der Deckel immer geschlossen gehalten werden, um zu vermeiden, dass Gesundheit und Reichtum „den Bach runter gehen“.

Das waren meine ersten Tipps für Euch rund um die chinesische Lehre des Feng Shui. Schaut gern immer wieder mal rein, da ich dieses Thema noch öfter aufgreifen werde. Ich freu mich auf Euch und hoffe, dass einige der hier aufgeführten Feng Shui Gesetze Euch Lust und Neugierig auf das Ausprobieren gemacht haben. Wenn Ihr Fragen zu dem Thema habt, beantworte ich Euch diese gerne. Schreibt mir dazu einfach in die Kommentare.

Alles Liebe
Eure Andréa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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